Montag, 31. Mai 2010

Nachtidyll

der Blutmond fällt mir
in die Augen
so tief
und ich trinke
rotes Licht
werde Wölfin
und falle in
Glücksgeheul

Samstag, 17. April 2010

Frühling

hab eine Leiche befruchtet.
werde den Bestatter bitten:
bestellen Sie den Sarg nur ab,
alles liegt in frischer Blüte.
Kinder werden wachsen.

fleisch hängt in der luft

welch monstrum immer ich gebäre
sein fleisch hängt in der luft
bei jedem schritt
fein säuberlich sortiert, ma'm
fein säuberlich sortiert
einzelteile bruch und stücke
ach 
und ich zerphalle …

der frühe morgen grinst
mich blöde an & ich schmeiss ihm
dreissig fragezeichen ins gesicht
bestimmt nicht sortiert, ma'm
bestimmt nicht sortiert

(aus der Tiefe meines Textarchivs: Mai 2002)

Montag, 5. April 2010

rote Tränen

hundert Sprünge im rosaroten
Glas ihrer Brille &
es werden immer mehr &
das Glas zerbricht &
aus ungefärbter Realität
wächst eine grosse EntVerliebung
der Verstand spielt nicht mit
das Herz hat keinen neuen Bewohner
für das schöne Zimmer mittendrin
gefunden
die Vagina wird widerwillig, bei ihm
& die Scherben des Glases
kratzen ihr Blut ins Gesicht

Montag, 22. März 2010

Nachgeschmack

zur blauen Stunde
entstöhnt sich tiefer Brust
aus feuchtem Munde
süssbitter eine Honiglust
die Zigarette danach
raucht sie allein

Freitag, 12. Februar 2010

Rückschlag

Sie roch fremde Frau an ihm.
Er lachte nur.
Sie schrie.
JETZT schreit ER.
Sie lacht.
In der Zeitung: 30Jähriger von Ehefrau brutal entmannt.

Wetteruntergang

beim Abendbier zappt Ute durch die Nachrichtenkanäle & informiert sich über den Fortschritt des Untergangs.
Und wie das Wetter morgen wird.

Hamsterkäufe

Hamster Hamster Hamsterkäufe.
Jetzt weiss sie nicht, wohin mit den Viechern.
Fell über die Ohren und ab in den Wok.
Schmeckt Reis dazu?

Donnerstag, 4. Februar 2010

der isst heut keine Torte mehr

Vaterfaust in ihre Fresse, damals.
Tut noch immer weh.
Er hat heute Geburtstag.
Sie überrascht ihn mit einer 9-mm-Browning:
KABOUM-

Montag, 1. Februar 2010

AbSchreck

Kneipe.
Nähergekommen.
Sein Mund lacht.
Noch näher.
Paula riecht Gestank aus diesem Loch.
Da will ihre Zunge nicht rein.
Abstand &
Adieu.


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Dienstag, 26. Januar 2010

blaue Lippen suchen Kuss

nachts hat sie lächelnd vom Frühling geträumt
vom Tanz zwischen Mai und Narzissen
der Tag bringt ihr frostig den Winter ins Bett
und Eisblumen wachsen am Fenster
da draussen im Garten der Schneemann
starrt mundlos mit steinernen Augen

Freitag, 8. Januar 2010

Untergänge blühn [Gott ersoffen]

Paula schaut und überall Scheitern
Untergänge blühn
aus kranken Geistern und kalten Herzen
die Welt rauscht runter den Bach
der besprudelt blutig den Vollmond
die traurige Wölfin heult Richtung Himmel
bis ihre Kehle nur noch heiser jault
überdröhnt vom Donnergalopp
der apoklyptischen Reiter
das rote Pferd
macht Pause und pisst eine Pfütze
Gott ersäuft im Urin
und Paula tanzt
mit den Bacchantinnen

Waltzing Matilda

Nacht. Und Schnee da draussen. Schnee. Schneewalzer. Tanzen. Musik. Waltzing Matilda. YouTube, Tom Waits Live 1977. Hat zum Glück nichts mit Walzer zu tun. Ein altes australisches Volkslied, von Tom Waits mit eigenen Texten kombiniert zum Tom Trauber's Blues. Rod Stewart hat diese Version aufgegriffen und einen Welthit daraus gemacht. Die Interpretation von Tom Waits gefällt mir allerdings besser. Mehr zu diesem Lied auf Wikipedia

Donnerstag, 7. Januar 2010

Marzipan & Marihuana

Microtexte im e-Reader-Format, Edition BookRix

...von toten Kötern und goldenen Küssen, von Mr. Spock und Heiligabend, von Liebe Tod und Ewigkeit... am Ende platzen rosa Sterne und Paula ertrinkt... in einer Pfütze ... hier online lesen

Mittwoch, 6. Januar 2010

mein Engel

mein Engel
ist weder goldgelockt
noch weiss gewandet
mein Engel
spielt nicht Harfe
und lebt nicht im Himmel
mein Engel
hat zwei Flügel
nicht weiss gefedert
nicht auf dem Rücken
im Brustkorb hat er sie:
die LungenFlügel
...und atmet mir Leben

Montag, 4. Januar 2010

Winterpracht

blutrote Spritzer
im weissen Geglitzer
Schnee : Mann : geschlachtet

Donnerstag, 17. Dezember 2009

noBotox

Paula vorm Spiegel: Fältchen, vom Leben ins Gesicht gezeichnet. Erstes Welken in der Visage, aber niemals Botox, denkt sie: Never ever.

Samstag, 14. November 2009

und Paula tanzt

sie trinkt eine Tiefe aus dem Dunkel der Nacht /
& im Hirn funkeln 9tausend Sterne /
heiter-hell der Mond im Brustkorb /
und Paula tanzt

anderswie & sonstnochso

Archivierung DLA

Das Literaturarchiv Marbach archiviert dieses digitale Notizbuch als ausgewählte Online-Publikation. Ziel des Projekts im Verbund mit der Dt. Schillergesellschaft ist es, der Wissenschaft relevante Netzliteratur langfristig zur Verfügung zu stellen.

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monehartman - 6. Mai, 14:13

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Kommentare

manchmal denk ich doch,...
manchmal denk ich doch, ja ;-)
notiertes - 19. Sep, 13:04
Dein Text erinnert mich...
Dein Text erinnert mich an meine Kindheit- auch ich...
bonanzaMARGOT - 7. Aug, 17:57
bitte entschuldigen Sie...
bitte entschuldigen Sie meine späte Reaktion- gesundheitsbedingt...
notiertes - 7. Aug, 17:50
:-)
:-)
abendGLUECK - 25. Feb, 10:45
jo. sehr sauber ;-) danke...
jo. sehr sauber ;-) danke fürs lesen und liebe grüsse!
notiertes - 27. Feb, 10:35

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